»Vielfalt ist keine Option, sie ist Realität« - Praxiskiste
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»Vielfalt ist keine Option, sie ist Realität«

Vielfalt ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein entscheidender Faktor für das Miteinander in unserer Gesellschaft – auch in Bereichen, in denen man sie vielleicht nicht zuerst vermuten würde. Bei der Feuerwehr München setzt sich Sonja Danzl dafür ein, Diversität und Inklusion fest in den Strukturen zu verankern. Im Gespräch erzählt sie, warum echte Gleichberechtigung weit über Quoten hinausgeht, wie Begegnung und Verständnis Barrieren abbauen können und weshalb Diversitätsarbeit für sie vor allem eines ist: ein zutiefst menschliches Anliegen. Ein Interview von Anna Helfert, Michaela Sieber und Tino Dubrowski

 

Praxiskiste: Wie stehen Sie dazu, dass Diversität derzeit stark im Fokus steht und Diversity Management in der Arbeitswelt zunehmend umgesetzt wird?

Sonja Danzl: Ich begrüße die zunehmende Auseinandersetzung mit Diversität und setze mich aktiv dafür ein. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, etwa in den USA, wo viele Unternehmen ihre Diversity-Programme zurückfahren, ist Vielfalt für mich unverzichtbar. Wir leben in einer Migrationsgesellschaft – sie ist gelebte Realität, nicht nur ein theoretisches Konzept. Deshalb ist es für mich nicht allein eine gesetzliche, sondern ebenso eine menschliche und moralische Verpflichtung, diesem Anspruch gerecht zu werden. Dass vielfältig zusammengesetzte Teams oft auch effizienter arbeiten, ist ein positiver Nebeneffekt, doch im Mittelpunkt stehen für mich Menschlichkeit und echte Inklusion. Besonders wichtig finde ich, dass sich auch die Feuerwehr München sowie das gesamte Kreisverwaltungsreferat intensiv mit diesem Thema befassen. Diversitätsarbeit geht weit über Antidiskriminierung hinaus: Sie umfasst sowohl die internen Strukturen als auch den Umgang mit der Öffentlichkeit. Das macht sie komplex und zugleich besonders sinnvoll und bereichernd.

Praxiskiste: Was fasziniert Sie persönlich an dem heiß umstrittenen Thema Diversität und was heißt Diversität für Sie?

Sonja Danzl: Mich fasziniert an Diversität, dass sie uns dazu bringt, uns selbst zu hinterfragen, unsere Einstellungen, unsere Vorurteile und auch unsere Grenzen. Ich scheue unbequeme Wege nicht, weil ich an das Gute im Menschen glaube und zugleich die Schattenseiten unserer Gesellschaft klar sehe. Diversität bedeutet für mich, Ungleichheiten sichtbar zu machen und aktiv zu verändern. Schon im Studium, etwa in Auseinandersetzungen mit Altersdiskriminierung oder Gendertheorien, habe ich gespürt, wie tief Ungerechtigkeiten in vielen Strukturen verankert sind. Für mich ist Diversität weit mehr als ein Schlagwort; sie verlangt, ungleiche Startbedingungen anzuerkennen und Privilegien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Als weiße, nicht behinderte Frau aus einem sicheren Umfeld sehe ich es als meine Aufgabe, anderen Zugänge zu eröffnen. Ich bin überzeugt: Wenn viele Kerzen brennen, wird der Raum heller, und genau das ist der Sinn dieser Arbeit.

Diversität betrifft uns alle, ob durch Alter, körperliche Einschränkungen oder soziale Absicherung. Dennoch tun wir oft so, als ginge uns das nichts an. Dabei erfordert es oft nur kleine Veränderungen, um Strukturen inklusiver zu gestalten: Einfache Sprache in Behördenbriefen oder längere Ampelphasen für Fußgänger:innen. Solche Maßnahmen helfen vielen und schaden niemandem. Auch Begegnungen mit Menschen anderer Herkunft oder mit Behinderungen sollten selbstverständlich sein. Sie nehmen uns nichts weg, sondern machen unsere Gesellschaft gerechter und menschlicher. Diversität heißt, Räume zu schaffen, in denen alle teilhaben können. Das ist nicht nur notwendig, sondern auch eine Bereicherung.

Praxiskiste: Gibt es eine Begegnung, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist und Ihre Arbeit geprägt hat?

Sonja Danzl: Tief berührt hat mich eine Begegnung in der Offenen Behindertenarbeit in München. Ein junger Mensch mit Lernschwierigkeiten fragte mich, als ich über meinen Beruf erzählte: »Sind da alle nett zu dir?« Diese einfache, ehrliche Frage – anstelle der üblichen nach Berufstitel oder Gehalt – war ein Schlüsselerlebnis für mich. Sie zeigt, worauf es im Kern ankommt: Auf Menschlichkeit, Respekt und echtes Miteinander. Genau darum geht es in meiner Arbeit.

Praxiskiste: Welche Wirkung oder Veränderungen möchten Sie mit Ihrem Team erreichen?

Sonja Danzl: Die Teammitglieder sind wichtige Schnittstellen in ihren Bereichen und direkte Ansprechpartner:innen vor Ort. Sie übersetzen Diversity-Themen in die Sprache und Kultur der Feuerwehr und fördern so ein gemeinsames »Wir-Gefühl« anstelle eines abgrenzenden »die da oben«. Sie unterstützen Schulungen wie Genderkompetenztrainings und entwickeln neue Formate zu Antirassismus, Demokratiebildung und intersektionalen Perspektiven. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer diversitätssensiblen, barrierefreien Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise mit überarbeiteten Ausstellungen in Begleitung von Gebärdensprachdolmetscher:innen, Workshops zur inklusiven Sprache oder barrierefrei gestalteten Inhalten.

Projekte wie der Tag der offenen Tür mit Dolmetscher:innen oder ein Filmprojekt mit einer Schule für hörgeschädigte Kinder führen häufig zu neuen Vorhaben, etwa zur Verbesserung der Notruf-App, zur Bereitstellung von Defibrillatoren für Gehörlose oder zu barrierearmen Verfahren bei Aufzugrettungen.

Das Team wird gezielt in Themen wie Feminismus, Inklusion und Antirassismus geschult. Viele Inhalte greifen dabei ineinander, besonders im Bereich der Intersektionalität. Ziel ist es, durch Austausch und Brückenbau Barrieren zu erkennen und abzubauen, ganz nach dem Motto »Blaulicht bricht Barrieren«. So entsteht eine gelebte Diversität, die nach innen und außen wirkt – konkret, wirksam und menschlich.

Praxiskiste: Bei so vielen spannenden und wichtigen Themen entsteht leicht das Gefühl, es sei ein Fass ohne Boden. Wie entscheiden Sie, welche Projekte Sie zuerst angehen – und wie sorgen Sie dabei dafür, Ihre eigenen Grenzen zu wahren und nicht rund um die Uhr zu arbeiten?

Sonja Danzl: Ja, es fühlt sich oft wie ein Fass ohne Boden an. Immer wieder tauchen neue, drängende Themen auf, alle wichtig und berechtigt. Dann frage ich mich: Schaffe ich das noch? Wen priorisiere ich? Und kann man Diversitätsmerkmale überhaupt gegeneinander abwägen? Das belastet mich, weil es immer um Menschen geht und ich niemanden zurückweisen möchte.

Ich arbeite nahezu rund um die Uhr daran – nicht aus Pflicht, sondern weil ich das Thema nicht ausblenden kann. Überall im Alltag begegnet es mir: Rassistische Aufkleber, nicht barrierefreie Bahnhöfe, racial profiling. Selbst in meiner Freizeit lässt es mich nicht los. Mein Umfeld unterstützt mich, mahnt aber, Pausen einzulegen. Ein Coach hat mir geholfen, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen. Ich versuche das bewusst, zum Beispiel indem ich abends mein Handy in einen Tresor sperre. Dennoch fällt es mir schwer, weil mich Diversität zutiefst bewegt und in allen Lebensbereichen berührt.

Bei der Feuerwehr habe ich zwar keinen klassischen Einsatzdiensthintergrund, aber ich fahre dennoch Schichten mit. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich verstehen will, wie meine Kolleg:innen denken und arbeiten. Eine vollständige Feuerwehrausbildung kann ich nicht mehr machen, dafür bin ich zu alt und habe Höhenangst. Andernfalls hätte ich sie längst absolviert.

Praxiskiste: Das Team besteht ja aus Menschen, die mitten in den Strukturen arbeiten. Welche besondere Kraft oder Wirkung erwarten Sie sich genau davon?

Sonja Danzl: Genau das ist entscheidend. Inzwischen haben wir auch Kolleg:innen aus dem reinen Wachbetrieb im Team – das ist ein echter Gewinn. Früher im Genderkompetenzteam war das nicht der Fall. Diejenigen, die ausschließlich im Einsatzdienst arbeiten, bringen eine ganz andere Perspektive ein, auch wenn sie keine Konzepte erstellen, im vorbeugenden Brandschutz oder in der Verwaltung tätig sind. Diese operative Erfahrung ist von großer Bedeutung, da sie im Feuerwehralltag eine andere Akzeptanz genießen. Sie sind mitten im Geschehen, und das verleiht der Arbeit des Teams zusätzliches Gewicht. Ich bin sehr froh, dass sie dabei sind.

Praxiskiste: Wie vielfältig ist das Team gerade?

Sonja Danzl: So vielfältig, wie es in der Feuerwehr möglich ist, und das ist durchaus bemerkenswert. Wir haben Teammitglieder mit Migrationsgeschichte, was in der Feuerwehr eher selten vorkommt, und einen vergleichsweise hohen Frauenanteil, darunter auch Frauen aus dem Einsatzdienst und nicht nur aus der Verwaltung. Einige Mitglieder sind bisexuell und haben sich erst im Verlauf der Teamarbeit geoutet. Auch die soziale Herkunft spielt eine Rolle: Manche sind in eher benachteiligten Stadtteilen aufgewachsen, was eine zusätzliche Perspektive einbringt.

Was wir bisher nicht im Team haben, sind Personen, die vermeintlich »ausländisch« gelesen werden und hierdurch Rassismen ausgesetzt sind. Das ist in der Feuerwehr allgemein selten. Es gibt jedoch Kolleg:innen mit entsprechenden Nachnamen, die Diskriminierung erfahren haben. Außerdem gehören Menschen mit unsichtbaren Behinderungen zum Team, etwa aus dem neurodivergenten Spektrum wie ADHS. Eine körperliche Behinderung ist aufgrund der beruflichen Anforderungen schwer zu finden, jedoch engagieren sich solche Kolleg:innen häufig in der Schwerbehindertenvertretung.

Aus nahezu allen Bereichen der Feuerwehr ist jemand im Team vertreten. In diesem Rahmen ist das Team so divers, wie es in dieser Struktur derzeit realistisch möglich ist.

Praxiskiste: Erzählen Sie uns von einer konkreten Situation, in der Ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten entscheidend waren.

Sonja Danzl: In meinem Arbeitsfeld, besonders im Kontext der Feuerwehr, ist es entscheidend, auch in Diskussionen mit vorgefassten Meinungen respektvoll und wertschätzend zu bleiben. Dafür braucht es eine gewisse Widerstandsfähigkeit, denn viele Themen berühren die persönliche Identität und sind emotional aufgeladen. Einfühlungsvermögen hilft, zu erkennen, ob es tatsächlich um die Sache geht oder um tiefere, persönliche Hintergründe.

Bei Genderkompetenz-Workshops habe ich gelernt, wie stark dieses Thema mit Sprache verbunden ist, was ich anfangs unterschätzt habe. Selbstreflexion ist hier zentral: Eigene Fehler eingestehen, die eigene Komfortzone verlassen und sich auf andere Perspektiven und Ausdrucksweisen einlassen.

Wichtig sind zudem Begeisterungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Vernetzung und der Mut, unbekanntes Terrain zu betreten – so wie ich es bei der Feuerwehr erlebt habe. Ebenso notwendig sind ein Blick fürs Detail und die Bereitschaft, trotz Konflikten die gemeinsamen Ziele im Blick zu behalten, nämlich dass alle ihre Arbeit gut und verantwortungsvoll machen wollen. Man muss es aushalten können, wenn Interessen aufeinandertreffen, und dennoch den Dialog fortsetzen.

Es geht oft nicht um Inhalte, sondern um Macht, Recht haben oder Genervt-sein. Gerade wenn Leute von gendergerechter Sprache oder Diversity-Themen genervt sind, braucht es Fingerspitzengefühl.

Praxiskiste: Was denken Sie, welche Gründe gibt es, dass es manchen Menschen schwerfällt, Vielfalt zu akzeptieren und als Bereicherung wahrzunehmen?

Sonja Danzl: Vielfalt anzuerkennen fällt vielen schwer, oft weniger aus bewusster Ablehnung als aus Angst, Unsicherheit und dem menschlichen Hang, sich selbst als Norm zu sehen. Alles, was davon abweicht, wird schnell als »anders« bewertet und kann, auch ungewollt, zur Abwertung führen. Bei der Feuerwehr spielt zudem der Gedanke »Wir tun Gutes, also können wir nichts falsch machen« eine Rolle, wodurch Vielfaltsthemen fälschlich als persönliche Kritik empfunden werden.

Häufig kommt die Sorge hinzu, selbst zu kurz zu kommen – etwa bei begrenzten Ressourcen, Aufmerksamkeit oder Förderung. Wer als »anders« wahrgenommen wird, erscheint dann als Konkurrenz. Dahinter stehen Vorurteile, Stereotype und ständige Bewertungen von Leistungsfähigkeit und Kosten. Homogenität wirkt vermeintlich einfacher, ist aber langfristig nicht tragfähig, weil Menschen nun einmal unterschiedlich sind.

Vielfalt macht die Gesellschaft komplexer, aber auch gerechter und lebendiger. Sie verlangt, Unterschiede bewusst wahrzunehmen und gleichzeitig das Verbindende zu sehen. Echte Inklusion erfordert Anstrengung, und gerade diese Herausforderung führt oft dazu, dass »das Andere« abgewertet wird – aus dem Wunsch nach scheinbar einfachen Lösungen.

Praxiskiste: Erzählen Sie uns von Projekten, auf die Sie besonders stolz sind.

Sonja Danzl: Ein Projekt war der inklusive Tag der offenen Tür. Früher stand er zwar auch allen offen, war jedoch nicht barrierefrei, da es beispielsweise keine barrierefreien Toiletten, keine Dolmetscher:innen und keine Rückzugsräume gab. Wir haben gezeigt, was echte Inklusion bedeutet.

Besonders spannend war ein Workshop zur Gehörlosenkultur, bei dem Kolleg:innen Grundlagen in Gebärdensprache erlernten und Ideen für ihren Arbeitsbereich entwickelten. Am Veranstaltungstag selbst kam es zu einem regen Austausch, etwa zu Notrufen im Aufzug, visueller Reanimation und barrierefreier Infrastruktur. Diese Impulse haben nachhaltig gewirkt, auch in unserer inklusiven Brandschutzerziehung an Schulen.

Ein weiteres Highlight war die Teilnahme am Christopher Street Day. Mit einer Drehleiter und 70 Kolleg:innen setzten wir ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit. Trotz interner Diskussionen zum Neutralitätsgebot entstand daraus ein T-Shirt-Wettbewerb, und inzwischen gibt es ein offizielles CSD-Shirt.

Derzeit starten wir ein Präventionsprojekt zum Thema sexualisierte Gewalt. Es befasst sich mit dem Umgang mit Vergewaltigungen, Intoxikationen und K.-o.-Tropfen, insbesondere im Rettungsdienst. Wir orientieren uns am Klinikprojekt der Stadt, das sowohl eine sensible Kommunikation als auch die Spurensicherung vermittelt. Ziel ist es, Fachwissen und Empathie zu stärken und das Thema sexualisierte Gewalt stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Praxiskiste: Was bedeutet für Sie diversitätsensibles Arbeiten? Welche konkreten Strategien und Maßnahmen haben Sie für die Branddirektion entwickelt?

Sonja Danzl: Diversitätssensible Arbeit bedeutet für mich, Vielfalt in all ihren Dimensionen zu verstehen, eigene Privilegien kritisch zu hinterfragen und strukturelle Barrieren zu erkennen. Ich verbinde Antidiskriminierungsarbeit mit strategischer Organisationsentwicklung – von gendergerechter Sprache über bauliche Anpassungen bis hin zu gezielten Rekrutierungsmaßnahmen. Eine fundierte Ist-Analyse ist dabei unverzichtbar: Sind geeignete Umkleiden, Duschen und Ausrüstung vorhanden? Spiegelt sich die Anerkennung verschiedener Geschlechter in der Planung wider? Ohne diese Grundlagen lassen sich Veränderungen nicht dauerhaft umsetzen.

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte gezielt anzusprechen und langfristig im Beruf zu halten. Das umfasst unter anderem inklusives Marketing, die Überprüfung von Auswahlverfahren sowie die Sensibilisierung der Wachmannschaften. Ziel ist nicht, jemandem etwas wegzunehmen, sondern Strukturen zu schaffen, die allen gerecht werden. Das gelingt nur im Dialog, durch praxisnahe Schulungen und durch Projekte, die Akzeptanz fördern und Vielfalt als Bereicherung sichtbar machen.

Praxiskiste: Was würden Sie uns zum Schluss noch mit auf unseren Weg geben wollen?

Sonja Danzl: Vielfalt ist keine Option, sie ist Realität. In unserer Migrationsgesellschaft gehören unterschiedliche Hintergründe, Perspektiven und Lebensrealitäten längst zum Alltag. Die Aufgabe liegt nicht darin, diese Realität zu hinterfragen, sondern sie aktiv zu gestalten. Diversität bedeutet nicht nur moralische Verantwortung, sondern auch Effizienz, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Manchmal fängt Veränderung schon bei den kleinen Dingen an, etwa bei Handschuhen, die passen, oder einer Maske, die dicht sitzt. Doch es geht um weit mehr: Um Strukturen, die allen Menschen faire Chancen bieten.

Ich bin überzeugt, dass wir in zehn Jahren viele ermutigende Beispiele sehen werden, in denen Vielfalt gelebte Normalität ist. Es wird Auseinandersetzungen geben, ja aber genau darin liegt die Chance weiterzukommen. Vielleicht handeln manche heute noch aus Pflichtgefühl. Doch irgendwann werden sie den Sinn dahinter erkennen: Vielfalt macht uns stärker, menschlicher, zukunftsfähiger. Und wenn das verstanden wird, dann wird es nicht nur funktionieren, es wird unsere größte Stärke sein.